Wie rechnet der Rechner den Verspätungszuschlag?
Er nimmt die Regel, die zu deiner Erklärung gehört, und multipliziert mit den angefangenen Monaten ab dem Tag nach Fristende. Die Rechenregeln gelten bei Pflicht und bei Ermessen gleich (AEAO zu § 152 Nr. 7).
| Erklärung | Je angefangenem Monat | Grundlage |
|---|---|---|
| Einkommensteuer, Umsatzsteuer-Jahreserklärung, Körperschaftsteuer | 0,25 % der Steuer nach Vorauszahlungen und Steuerabzügen, mindestens 25 Euro | § 152 Abs. 5 Satz 2 AO |
| Gewerbesteuererklärung (Messbetrag) | 25 Euro | § 152 Abs. 6 AO |
| Gesonderte Feststellung von Einkünften | 0,0625 % der positiven Summe der Einkünfte, mindestens 25 Euro | § 152 Abs. 7 AO |
| Umsatzsteuer-Voranmeldung, Lohnsteuer-Anmeldung | keine Formel, hier keine Zahl | § 152 Abs. 8 AO |
Beispiel für die Einkommensteuer 2025, selbst erstellt, Frist Freitag, 31. Juli 2026: Steuer 9.000 Euro, Vorauszahlungen 2.000 Euro. 0,25 % von 7.000 Euro sind 17,50 Euro, also gilt der Mindestbetrag. Bei Abgabe am 20. November 2026 sind das 4 Monate und 100 Euro. Bei 30.000 Euro Steuer und 10.000 Euro Vorauszahlungen sind es 50 Euro im Monat und 200 Euro. Der Mindestbetrag zieht, solange nach dem Abzug weniger als 10.000 Euro übrig sind.
Muss das Finanzamt den Zuschlag festsetzen?
Zunächst nicht: Es kann ihn festsetzen, sobald die Frist verpasst ist (§ 152 Abs. 1 AO). Das kommt laut Finanzverwaltung vor allem bei wiederholter Verspätung in Betracht (AEAO zu § 152 Nr. 2). Eine feste Karenzzeit oder Schonfrist nennt das Gesetz nicht. Ist die Verspätung entschuldbar und machst du das glaubhaft, ist von der Festsetzung abzusehen (§ 152 Abs. 1 Satz 2 AO).
Muss es ihn festsetzen, wenn eine Jahreserklärung nicht binnen 14 Monaten nach Ablauf des Steuerjahres abgegeben ist, oder nicht bis zu einer vorab angeordneten Frist (§ 152 Abs. 2 AO). Für 2020 bis 2024 gelten längere Grenzen: 20, 20, 19, 17 und 16 Monate (Art. 97 § 36 Abs. 3 Nr. 5 EGAO).
Wann endet meine Abgabefrist?
| Steuerjahr | Selbst erstellt | Von einer Kanzlei erstellt |
|---|---|---|
| 2024 | 31. Juli 2025 | 30. April 2026 |
| 2025 | 31. Juli 2026 | 1. März 2027 |
| 2026 | 2. August 2027 | 29. Februar 2028 |
Grundlage sind § 149 Abs. 2 und 3 AO und für 2024 Art. 97 § 36 EGAO. Endet eine Frist an einem Samstag, Sonntag oder gesetzlichen Feiertag, endet sie am nächsten Werktag (§ 108 Abs. 3 AO). Der Rechner wendet das auch auf die 14-Monats-Grenze an. Eine verlängerte oder angeordnete Frist trägst du selbst ein. Steuerjahre vor 2020 und Land- und Forstwirtschaft (§ 152 Abs. 2 Nr. 2 AO) rechnet er nicht.
Was gilt bei einer Steuer von 0 Euro oder einer Erstattung?
Dann gilt die Pflicht aus § 152 Abs. 2 AO nicht (§ 152 Abs. 3 Nr. 2 und 3 AO). Das Finanzamt kann aber nach Ermessen festsetzen, insbesondere bei wiederholter Verspätung. Dann gilt der Mindestbetrag, auch wenn er die Steuer übersteigt (AEAO zu § 152 Nr. 5.2 und 10). Der Rechner zeigt in diesem Fall den Mindestbetrag und kennzeichnet ihn als Ermessen. Die Ausnahmen Nr. 2 und 3 gelten nicht für die Gewerbesteuer- und die Feststellungserklärung (§ 152 Abs. 6 AO).
Warum zeigt der Rechner bei der Umsatzsteuer-Voranmeldung keine Zahl?
Weil das Gesetz keine Formel vorgibt. Bei monatlichen und vierteljährlichen Anmeldungen berücksichtigt das Finanzamt Dauer und Häufigkeit der Fristüberschreitung und die Höhe der Steuer (§ 152 Abs. 8 AO). Eine Zahl wäre geraten. Wann Voranmeldungen fällig sind, steht in den Steuerfristen für Selbstständige.
Was rechnet der Rechner sonst nicht?
- Ob das Finanzamt im Ermessensbereich wirklich festsetzt: Das entscheidet es im Einzelfall. Der Rechner zeigt die Höhe, falls es das tut.
- Spätere Änderungen: Ändert sich die Steuer, wird der Zuschlag angepasst (§ 152 Abs. 12 AO).
- Einspruch und Erlass: Erklärt im Ratgeber Verspätungszuschlag.
- Zu spätes Zahlen: Das ist der Säumniszuschlag-Rechner. Auf den Verspätungszuschlag selbst fällt keiner an (§ 240 Abs. 2 AO).